RE: Torpedoboot V29

#16 von matrosenanwärter , 03.08.2017 13:45

Teil 3:

Nun also zum Ruder. Ich hoffe, ich verwechsel die Fachausdrücke nicht und geb jedem Teil den richtigen Namen.

Dem Bausatz liegt ein aus Resin gegossenes Ruder bei. Die Ruderstange ist auf einer Seite abgeschrägt und war bei Guss offensichtlich ins Ruder gelegt. Sie ist jedoch nicht fest vergossen sondern herausnehmbar. Ein Verdrehen des Ruders ist so deutlich erschwert, allerdings besteht zwischen Ruderblatt und Stange ohne Verklebung sehr viel Spiel! (Bei einer Testfahrt hab ich daher lediglich eine Runde gedreht, auch wegen der groben Manövrierfähigkeit. Dazu aber später mehr)

Am Rumpf war die Ruderhacke ebenfalls aus Resin angegossen, einschließlich der „Führungslöcher“, in denen die Ruderstange läuft. Es kam natürlich wie es kom-men musste: Beim Aufbohren der Löcher sind diese Resinteile zerbröselt. Nun gut – ich hab diese eh nicht als sonderlich stabil angesehen. Also: Ersatzbau aus Aluminium.

Anhand der originalen Hacke des Bausatzes habe ich den Durchbruch in den Rumpf ermittelt. Das mitgelieferte Röhrchen für den Ruderkoker konnte ich einbauen und die benötigte Postition definieren. Zur Stabilisierung wurde der Koker mit einem Streifen Pertinax fixiert.

Für den Neubau der Hacke habe ich ein Alustück in benötigter Größe abgesägt, ge-bohrt und gefeilt, bis die Hacke als Neuteil vor mir lag. Zuerst hab ich einen Stück Aluflachmaterial in der passenden Größe genommen und eine passende Bohrung für die Führung (2 mm) gebohrt. Als nächstes wurde das nicht benötigte Material abgefräst. Anschließend wurden die beiden Aussparungen ausgesägt und gefeilt, in denen das Ruderblatt aufgenommen wird. Mit einigem Probieren und Nacharbei-ten lief dann das Ruderblatt irgendwann zusammen mit der Ruderstange in der Hacke leicht genug, dass ich mich um den Einbau in den Rumpf machen konnte.

Hierzu zuerst: die alte Hacke vom Rumpf absägen. Dabei das Neuteil mit der Ruder-stange verbinden und kontrollieren, dass zwischen dem Rumpf und dem Aluteil je-weils ausreichend Luft ist, um Spachtelmasse für einen geschmeidigen Übergang verwenden zu können. Als nächstes wurden ins Alu vier Löcher auf der Ruder abgewandten Seite gebohrt, die der Aufnahme von Messingdraht zur „Verstiftung“ dienen. In den Rumpf wurden die entsprechenden Gegenstücke gebohrt – anschließend das selbe mit zwei Stiften nach oben in den Rumpf hinein wiederholt. Die Messingstifte werden mit Sekundenkleber fixiert. Wie schon beim Ruderkoker erfolgte die Verklebung im Rumpf mit Zweikomponentenkleber von „Eule“ (keine Schleichwerbung ;-) ), was gleichzeitig die nötige Abdichtung bewirkt. Währen der paar Minuten Trocknung hab ich überwacht, dass das Ruder auch weiterhin schön beweglich blieb und sich nichts verzog.

Zum Abschluss wurde die Hacke mit Zweikomponenten-Spachtel der Rumpfform angepasst und der Übergang von Resinrumpf auf das Aluteil versäubert. (Bild kommt dann noch)

Im Bauplan aus dem Fock-Buch hab ich jetzt gesehen: Dort ist vor dem (Heck)Ruder ein Schutzbügel eingezeichnet. Bei den wenigen Bildern von Torpedobooten, die ich im Dock gesehen habe, hab ich noch keinen solchen Bügel gesehen; insbesondere bei den bekannten Bildern von G 102. Weiß zufällig jemand, ob solche Schutzbügel bei V 25 - 30 tatsächlich verbaut waren? Auf die Darstellung des Bug-Ruders verzichte ich.


Fortsetzung folgt…

Angefügte Bilder:
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Hacke mit Ruder.jpg   Koker.jpg   neu eingepasst.jpg   neu eingebaut.jpg  
 
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zuletzt bearbeitet 03.08.2017 | Top

RE: Torpedoboot V29

#17 von nurmalso , 04.08.2017 10:18

Hi matrosenanwärter

Der Schutzbügel gegen Grundberührung ist bei etlichen Plänen vor allem bei Vulkanbooten anzutreffen. Bei anderen Werften oder Nationen
findet man ihn auch hin und wieder. Es scheint ein Teil zu sein das nach Ermessen der jeweiligen Bauwerft angebracht wurde.
Ich bin nun kein T-Bootexperte, meine aber das es schon Sinn macht und die allgemeine Fotolage gibt da wenig her. Meistens waren der
Schutzbügel mit Ruderhacke und Ruderaufnahme ein komplexes Bauteil das genietet oder auch geschmiedet wurde.

LG Frank

 
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RE: Torpedoboot V29

#18 von Matt , 05.08.2017 12:33

Hallo,
ein schöner Baubericht! Wie löst du das Problem mit der Zugänglichkeit? Wird das Deck abnehmbar?
VG Matthias

 
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RE: Torpedoboot V29

#19 von matrosenanwärter , 07.08.2017 08:07

Hallo Matthias,
vielen Dank für Dein Lob. Ich hoffe dass ich auch weiterhin nachvollziehbar schreiben werde.

Das Deck verwende ich wie im Bausatz mitgeliefert. Hier ist ein Zugang auf Höhe der Brücke vorgesehen. Das Deck im Bausatz ist dreigeteilt: von der Back ist ein Teil bereits von Hr. Zinnecker eingeklebt. Der Großteil des Decks ist zum einzukleben vorgesehen, vom Brückenhaus bis zum schon eingeklebten Teil ist ein Zwischenstück vorgesehen. Dieses will ich für den Zugang verwenden, um den Akku zum Laden entnehmen zu können.

So ganz glücklich bin ich mit dem Deck eigentlich nicht: Die Balkenbucht ist nicht wirklich vorhanden, das Deck ist flach. Aber: ich will ja mal ein Modell fertig bekommen und meine Fertigkeiten entwickeln. Deshalb nehm ich diesen Kompromiss hin. Wie mein Bruder immer sagt: "2 Meter entfernt auf dem Wasser sieht man das nicht mehr"

So, hier dann auch noch ein fehlendes Bild von der verschliffenen Ruderhacke. Den Schutzbügel vor dem Ruder werde ich dann noch ergänzen.

Fortsetzung folgt...

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Hacke verschliffen.jpg  
 
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RE: Torpedoboot V29

#20 von nurmalso , 07.08.2017 09:53

Hallo

Schlecht zu sehen aber besseres ist schwer zu finden.

LG Frank

 
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RE: Torpedoboot V29

#21 von Gelöschtes Mitglied , 07.08.2017 11:58

Danke für die schönen Bilder,sowas sieht man nicht oft,Fotos von Unterwasserrümpfen


RE: Torpedoboot V29

#22 von matrosenanwärter , 07.08.2017 12:32

Um mich zu vergewissern, dass die beiden Motoren auch die nötige Geschwindigkeit aufs Wasser bringen können, habe ich am Sonntag 23.7. beim Vereins-Fahren eine kurze Probefahrt gemacht.

Nach Einbau des Ruderservos wurde die nötige Zuladung in der Badewanne ermit-telt. Noch hat es einiges an Blei nötig um gut im Wasser zu liegen.

Wie gesagt: das Ruder hat noch sehr viel Spiel - aber immerhin: es zeigte doch einen gewissen Ausschlag, so dass ich nicht befürchtete, ich müsste um den See herum rennen, um wieder an mein Schiff zu kommen. (Mein Verein hat sein Gewässer im Blühenden Barock - Schloss Ludwigsburg. Der See ist rund, ohne Bewuchs und glücklicher Weise können wir die Fontainen abstellen, so dass das Wasser relativ ruhig und auch die Geräuschkulisse reduziert ist)

Am See erfolgte dann eine provisorischer Verbindung des Lipo-Akkus mit Empfän-ger und Fahrtregler und einer Versuchs-Verkabelung der Motoren mit „Prüfkabeln“. Der erste Testlauf erfolgte in „Reihenschaltung“, die Rumpfoberseite wurde proviso-risch mit Frischhaltefolie und Klebeband abgedichtet. Das Ergebnis gefiel mir jedoch nicht: das Boot war mir rein optisch zu langsam. (Ein „Langsamboot“ hab ich schon: meine PT 15 mit der Originaltechnik aus den 80er Jahren)

Also wieder raus aus dem Wasser und die Verkabelung in „Parallel“ geändert: jetzt hat mir die Geschwindigkeit gefallen! Einen Bogen hat das Schiff auch geschafft - wenn auch (noch?) mit einem recht großen Radius. Aber ich denke: wenn das Ruder dann mal ohne Spiel funktioniert wird sich das auch angenehm verbessern.

Mehr als eine Runde hab ich dem Ruder und der Frischhaltefolie aber nicht zumuten wollen. Auf die Gefahr des Untergehens wollte ich es nicht ankommen lassen.

Als nächstes war ein „Probelauf“ in der Badewanne dran: ein Kollege empfahl mir, die Motoren 5 Minuten auf Volllast in der Wanne laufen zu lassen. Er hatte einmal das Pech, dass er einen Rumpf wieder aufschneiden musste, weil einer der Motoren bei der Erstfahrt versagt hatte bzw. „durchbrannte“. Auch dieser ist zu meiner Zufriedenheit ausgefallen - der Bau kann dann weiter gehen. Die nächsten beiden Schritte werden der Einbau der Bullaugen und die Ergänzung des Ruderschutzbügels sein. Danke auch von mir, Frank!


Fortsetzung folgt…

Angefügte Bilder:
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Probeverkabelung.jpg   Testlauf 4.jpg   Testlauf 5.jpg   Testlauf 6.jpg  
 
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RE: Torpedoboot V29

#23 von Peter Lienau ( gelöscht ) , 07.08.2017 13:47

Hallo Werner,

Glückwunsch zur geglückten Versuchsfahrt!

Der Wendekreis der Torpedoboote ist vergleichsweise groß; bei Kleiner Fahrt voraus hast Du ca. 3 Bootslängen und bei "Dreimal Wahnsinnige" kann sich das durchaus auf 5 - 8 Bootslängen vergrößern.

Ein Eindruck davon hier: B 109 Modell

Dort habe ich zwar nicht versucht, einen möglichst engen Kreis zu fahren, aber eine Idee zum Drehkreis vermittelt es schon denke ich.

VG
Peter.

Peter Lienau

RE: Torpedoboot V29

#24 von matrosenanwärter , 07.08.2017 13:55

Hallo Peter,

danke für das Video. Das gibt mir zumindest einen Eindruck, wie es werden soll. :-)

Und gibt den nächsten Motivationsschub!

 
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RE: Torpedoboot V29

#25 von matrosenanwärter , 06.10.2017 09:32

Kleines Update:

der Ruderschutz wurde inzwischen aus PVC-Material geklebt und verstiftet.

Leider komm ich gerade wieder sehr wenig zum Bauen - als nächstes stehen die Bullaugen an. Ich bin guter Dinge, dass ich die in diesem Monat noch eingebaut bekomme.



Fortsetzung folgt

 
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RE: Torpedoboot V29

#26 von Markgraf , 06.10.2017 09:54

Hallo Modellbauer ,
bei meiner Bilder Suche in den ru Foren fand ich :

http://forums.airbase.ru/2017/09/t66133_...-korabli-2.html

Vielleicht kommen jetzt auch die kleinen Schiffe , denn von den großen Schiffen gibt es genug Bilder .
LG Jürgen


 
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RE: Torpedoboot V29

#27 von Fuzzy , 06.10.2017 12:12

Die Russen klauen alles, scheren sich nicht um Copyright oder sonst was.Der V 79 Plan ist kein Original Plan sondern ein Modellbau Plan wahrscheinlich von LW.
Einfach den Namen entfernt,vervielfältigt und fertig.

Das stärkste ist jedoch die Frechheit ganz unten auf der Seite aus sein Copyrigt hinzuweisen




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RE: Torpedoboot V29

#28 von Markgraf , 06.10.2017 15:22

Den V 79 Plan fand ich im Netz ,

http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=25963.0

Ich glaube nicht , dass LW einen Plan im M 1/72 gezeichnet hat ,
sehe auch keinen Hinweis im ru Forum .
LG Jürgen


 
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RE: Torpedoboot V29

#29 von Fuzzy , 06.10.2017 15:28

Wenn dir ein Plan zu groß oder zu klein ist gehst du einfach in einen Copyshop und sagst du möchtest ihn so und so viel kleiner oder so und soviel größer haben.
Namen entfernen durch überkleben oder TIPP EX




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RE: Torpedoboot V29

#30 von nurmalso , 06.10.2017 21:49

Hi matrosenanwärter

Der Ruderschutz sieht gut aus. Lass dann mal sehen welche Variante Du bei den Bullaugen anwendest, ich selbst bin mir
da noch nicht so sicher wie ich das handhabe.

Liebe Grüße Frank

 
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