Torpedoboot V29

#1 von matrosenanwärter , 09.08.2016 11:44

Es folgt ein Baubericht des Großen Torpedoboots 1913, Baureihe V 25 - 30.

Inzwischen liegt der Bau an meinem Großen Kreuzer SMS Hertha (Victoria Louise) seit rund drei Jahren auf Halde. Der letzte Bauansatz war die Herstellung der mittleren Geschützrohre. Dabei musste ich feststellen, dass der Reitstock meiner Drehmaschine nicht mittig läuft – so schaffe ich es nicht einmal Geschützrohre mit der Bohrung in der Mitte herzustellen. Dazu kamen berufliche Veränderungen, die leider mehr Zeit im Büro fordern und die abendliche Motivation sinken lassen. Aber der Bau wird wieder aufgenommen werden! Zur Motivationssteigerung und zum Wiedereinstieg wollte ich mal etwas „schnelles“ bauen. Dabei fiel meine Wahl auf den Bausatz von Zinnecker der V 25 - 30.

Meine Bildersuche im Internet (Jürgen: auch auf den russischen Seiten ;-) ) war leider relativ erfolglos. Da ich keine Bilder gefunden habe, die individuelle Unterschiede innerhalb dieser Baureihe zeigen, ist die „Nummerierung“ letztlich Zufall. Bei der Recherche nach Bauberichten im Internet und Zeitschriften fand ich schon verschiedene Berichte und Modelle. Da ich keine besondere Präferenz für ein bestimmtes Boot habe läuft es auf V 27 bis V 30 hinaus, da ich von denen (bisher) noch keine Modelle entdeckt habe, ich suche aber noch. Momentan läuft es einfach mal als V 29.

Nach langem Warten kam der Bausatz schließlich per Post bei mir an. Die Einzelteile haben mir sofort gefallen, es sind für das kleine Boot ganz schön viele.

Hier die Teile mal im Lieferzustand:


Das Gewicht darf 975 Gramm betragen. Der Rumpf wieg 206 Gramm, die Einzelteile im Rohzustand 237 Gramm. Bleiben also 532 Gramm für die Technik, Kleber und Farbe, wobei das Gewicht der Einzelteile durch die Verarbeitung und Materialreduzierung (einige Teile werde ich noch dünner fräsen) bzw. Ersatz (Polystyrol statt Resinguss) noch reduziert werden sollte - wenn wohl auch nicht sonderlich erheblich.

Als zusätzlichen Unterlagen hab ich das Buch „Schwarze Gesellen“ und, wie erwähnt, diverse Bauberichte von Torpedobooten vom „alten“ und anderen Foren sowie Zeitschriften.

Da ich leider weiterhin beruflich stark beansprucht bin wird das ein für die Modellgröße sehr langer Baubericht. Aber es wird werden.

Fortsetzung folgt…

 
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RE: Torpedoboot V29

#2 von Gelöschtes Mitglied , 09.08.2016 13:09

Hallo Matrosenanwärter,

schön das du einen Baubericht schreibst,ich freue mich drauf und werde dich bei Bedarf,so gut ich kann unterstützen.Ich hoffe das gleiche gilt auch für andere Mitglieder des Forums.

Wenn sich der Reitstock deiner Drehbank verstellt hat kannst du ihn wieder neu justieren.
Dazu brauchst du so´n Teil.Scheint gerade im Angebot zu sein,meins war teurer,

Messuhr mit Magnet.
http://stores.ebay.de/WABECO-Shop

Messuhr auf dem Längsschlitten befestigen,ins Bohrfutter (Reitstock) ein möglichst langes
zylindrisches Rohr oder ä. einspannen und mit der Messuhr dran lang fahren.
Die Uhr zeigt dir die Abweichung an.Den Reitstock so lange nachjustieren bis die parallelität deinen Ansprüchen genügt


RE: Torpedoboot V29

#3 von matrosenanwärter , 09.08.2016 13:23

Danke für den Tipp mit der Messuhr. Aber leider ist das nicht die Ursache, das hatte ich selbst schon versucht. Ich drehe trotzdem kegelig. Auch ein gelernter Werkzeugmacher aus meinem Verein kam nicht zu einem sinnvollen Ergebnis. Es stimmt einfach doch: "Wer billig kauft - kauft zweimal". Es war ein Billigangebot bei ebay, wohin die Maschine dann nach der Neubeschaffung auch wieder wandert. Ich vermute, dass das Maschinenbett nicht korrekt zur Längsachse ausgerichtet ist. Solang ich ohne Reitstock drehe passt es - nur mit dem Reitstock eben nicht. Da erhalte ich bei längeren Drehstücken keinen Zylinder sondern einen Kegel. Na, bei der nächsten Maschine wird alles besser.

 
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RE: Torpedoboot V29

#4 von plumbum , 09.08.2016 14:47

Moin Matrosenanwärter,

ja da freue ich mal so richtig, auf den Bausatz von V25 habe ich schon mehrfach geschielt
und bin gespannt auf den Baubericht.


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
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RE: Torpedoboot V29

#5 von Gelöschtes Mitglied , 09.08.2016 15:37

Ich kenne deine Drehmaschine nicht,bin jedoch nicht mit dem was dein Vereinskollege sagt einverstanden
Der Reitstock befindet sich auf dem Machinenbett,genau wie der Support.



Wenn der Reitstock optimal zur Spindelmitte ausgerichtet ist solltest du bei Betätigung des Supports einen Zylinder drehen können,
es sei denn der Support ist versetzt ausgerichtet.
Verstellt wird er durch lösen der Maschinenschraube und verschieben auf der Schwalbenschwanzführung.





Eine Möglichkeit warum du Kegel drehst ist die das der Reitstock in sich zur Spindelmitte verdreht ist.Vielleicht ist die Maschine mal herunter gefallen, selbst dann sollte man mit einer Uhr Abweichungen feststellen können


RE: Torpedoboot V29

#6 von matrosenanwärter , 09.08.2016 16:42

Danke für Deine Hartnäckigkeit. Ich werde mir das Maschinchen nochmal genauer anschauen, vielleicht hab ich tatsächlich zu schnell aufgegeben. Ich gebe zu: ich bin es nicht gewohnt Maschinen einzurichten. Das Ausrichten von Maschinenbetten hat mir vor 25 Jahren schon keinen Spaß gemacht - damals war ich noch im Maschinenbau tätig, Mischmaschinen zur Kunststoff-Granulat-Herstellung.

Wenn ich mich nochmal um die Maschine gekümmert habe melde ich mich wieder. Bis dahin hoffe ich aber dass ich erst mal wieder was im Baubericht schreiben kann...

 
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RE: Torpedoboot V29

#7 von matrosenanwärter , 22.08.2016 10:04

Teil 1:

Den Bau beginne ich mit der Wellenanlage und dem Antrieb. Als Motoren hab ich momentan Faulhaber aus der Reihe 1727 mit 6 Volt vorgesehen, die irgendwann mal in meinen Bestand gewandert sind. Ein kurzer Test in der Badewanne zeigte sie nicht als völlig untauglich, ein weiterer Test erfolgt dann nach dem Einbau am See, bevor das Deck eingeklebt wird. Vielleicht ändert sich dann die Motorenwahl nochmals, das wird sich zeigen. Bevor jedoch die Motoren eingebaut werden sind die hinteren Wellenböcke (oder wie die auch heißen mögen) zu montieren.

Im Bausatz sind diese als Zinnteile ausgeliefert. Positiv dabei ist: in meinem Bau-satz liegen drei Stück bei. Negativ ist allerdings: alle drei gefallen mir nicht. Ich hab mich deshalb zu einem Neubau entschlossen (bzw. meinen Bruder aktiviert).

Eine negative Tatsache ist mir bei der Vorbereitung für diesen Bauabschnitt leider auch aufgefallen: die eingebauten Stevenrohre verlaufen nicht parallel. Da ich allerdings nicht den kompletten Rumpf neu bauen will belasse ich es dabei. Wenn das Deck eingeklebt ist fällt es kaum noch auf.

Durch meinen Bruders wurden die Wellenböcke neu gefertigt: an das runde Wellenlager wurden im 45° Winkel Löcher gebohrt, die als Aufnahme für die „Abstandshalter“ dienen. In einer Vorrichtung, die den Wellenaustrittswinkel (5 °) berücksichtigt wurden die Einzelteile dann hartverlötet.

Die Abstandshalter werden passend abgelängt. In ihnen sind jeweils Aufnahmen für eine Verstiftung vorhanden. (Eigentlich, denn in einem der Abstandshalter ist ein Bohrer abgebrochen, deshalb kann der nicht verstiftet werden. Treffsicher hab ich den auch verwendet. Schade: mit dem wäre die beiden unteren Abstandshalter miteinander verbunden worden, so musste ich die Höhengleichheit mit Augenmaß finden)

Genug der Worte, hier ein paar Bilder:



Als nächstes kommt dann das Ruder zum Einbau.

Fortsetzung folgt…

Angefügte Bilder:
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Vorrichtung.JPG   Hartlöten.JPG   Wellenböcke.JPG   IMG_1437.JPG   mit Prop.JPG  
 
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RE: Torpedoboot V29

#8 von Markgraf , 22.08.2016 10:35

Ein klasse Baubericht und sehr gut mit Bildern ergänzt !
Freue mich auf weiter Berichte zum Modell !
Gruss Jürgen


 
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RE: Torpedoboot V29

#9 von Gelöschtes Mitglied , 22.08.2016 10:44

Akkurate Arbeit


RE: Torpedoboot V29

#10 von edmondo , 22.08.2016 20:07

Hallo Werner,das ist ja schön,daß Du endlich Zeit für das kleine Boot hast und Dein Bruder dir hilft.
Bei Zinnecker hatte ich auch schon Einiges für Tondern bestellt.Gestern waren wir auf der Urlaubsrückfahrt im ZEPPELINMUSEUM.Vorgestern waren wir in Esbjerg bei etwa 30 Modellbauern eingeladen,ich war kurz vorm Platzen......

Gruß auch an Klaus

Hans-Jürgen

PS.wir werden wohl "Links-Oben"ins neue Skagerrak-Museum fahren.Das alte UC 30 wurde gerade vor der Küste entdeckt.

 
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RE: Torpedoboot V29

#11 von matrosenanwärter , 23.07.2017 18:17

Kaum ist (fast) ein Jahr vergangen komm ich auch mal wieder dazu mich hier zu melden. Für die vielen Monate ist bei mir nicht wirklich viel geschehen – erst in den letzten drei Wochen kam ich wieder ein bisschen vorwärts. Gerade in der vergangenen Woche hat mir der nachgeholte Herbsturlaub 2016 gut getan und es ist hier was passiert.

Teil 2:

Inzwischen sind die Motoren eingebaut. Mit den Wellen werden sie über eine Direktkupplung verbunden, ich bin mal guter Dinge dass die Reibungsverluste nicht zu hoch werden.

Inzwischen hab ich auch die mitgelieferten Schiffsschrauben durch einen Satz von Raboesch ersetzt – mit 23,5 mm Durchmesser. Sie sehen einfach besser aus als die mitgelieferten.



Wie schon angekündigt: der nächste Schritt ist dann das Ruder.

Fortsetzung folgt…

 
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RE: Torpedoboot V29

#12 von Peter Lienau ( gelöscht ) , 24.07.2017 09:35

Zitat von matrosenanwärter im Beitrag #7

Eine negative Tatsache ist mir bei der Vorbereitung für diesen Bauabschnitt leider auch aufgefallen: die eingebauten Stevenrohre verlaufen nicht parallel. Da ich allerdings nicht den kompletten Rumpf neu bauen will belasse ich es dabei. Wenn das Deck eingeklebt ist fällt es kaum noch auf.





Hallo Werner,

dass die Stevenrohre nicht parallel verlaufen, ist ok und konstruktiv bedingt. Geschuldet ist dies den hintereinander liegenden Turbinenräumen. Nur traut sich kaum einer, dem Original entsprechend zu bauen, weil es "so schief" aussieht.

Die Wellen haben manchmal nicht nur in der Höhe unterschiedliche Austrittswinkel aus dem Rumpf sondern in seltenen Fällen auch (kaum zu bemerken) in der Längsachse bezogen auf die Mittschiffslinie.

VG
Peter

Angefügte Bilder:
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V-25 Hinterschiff.jpg   V-170 Hinterschiff.jpg  
Peter Lienau
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RE: Torpedoboot V29

#13 von Markgraf , 24.07.2017 12:45

Das ist zwar ein G Boot , aber die Wellen sind auch hier deutlich " nicht " parallel !
G 37 im brit . Museum .





Gruss Jürgen


 
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RE: Torpedoboot V29

#14 von s142 , 24.07.2017 13:38

Hallo

So wie in dem Baubericht Z39.

MfG
Chris

 
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RE: Torpedoboot V29

#15 von matrosenanwärter , 24.07.2017 15:12

Hallo Peter, Jürgen und Chris.

Danke für die Hinweise. Die verschiedenen Steigungen / Winkel der beiden Wellen zur "Wasserlinie" sind mir schon im Plan (Anhang in "Z-Vor") schon aufgefallen. Mit Parallel meinte ich den Abstand jeweils zur Mittellinie.

Aber wie schon gesagt: Ein Umbau wäre mir ein zu großer Aufwand - und wenn es dem Original noch näher kommt ist es nur ums so besser. Da ich noch zwei andere Rümpfe "rumliegen" hab wäre es möglich, dass ich dann etwas mehr auf Originaltreue achte. Aber: erst kommt V 29, dann geht's bei SMS HERTHA weiter und dann ...

Danke jedenfalls für Eure konstruktive Begleitung!
Werner

 
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