Metallätzen

#1 von Gelöschtes Mitglied , 13.03.2017 13:19

Kurze Einführung.
Die Oberflächen metallischer Objekte lassen sich auf sehr unterschiedliche Weise bearbeiten und gestalten.Jeder kennt das Einritzen oder Stanzen von Buchstaben und Motiven.Die verfeinerte Form ist das Gravieren.Bei allen drei Verfahren wird durch mechanische Einwirkung die Metalloberfläche verformt,wozu jeweils spezielle Werkzeuge erforderlich sind. Außerdem muß eine große Übung vorhanden sein,denn jede Aktion ist ein für alle Mal in dem Metall verewigt,ob sie nun gelungen ist oder nicht.

Anders ist es da mit der Oberflächengestaltung durch das Ätzen.Hier liegt die wesentliche Arbeit in der Vorbereitung.Korrekturen sind in der Regel bis zuletzt,d.h.bis zum eigentlichen "Angriff" der Metalloberfläche durch das Ätzmittel noch möglich.
Das macht dieses Verfahren selbst für den ungeübten Laien gut anwendbar.

Das Prinzip des Ätzens ist recht schnell erklärt:Bestimmte Säuren,Laugen oder Salzlösungen sind im Stande,Metall zu lösen.Will man nun eine Metallfläche dadurch gestalten,das man auf ihr ein Motiv durch erhabene und vertiefte Stellen in der Oberfläche entstehen läßt,dann werden die erhabenen Teile der Oberfläche - die also durch den Ätzprozeß nicht angelöst werden sollen - mit einer ätzfesten Beschichtung versehen.
Durch die Ätzlösung werden dann nur die nicht abgedeckten,blanken Metallstellen angegriffen,d.h.je nach Ätzdauer mehr oder weniger tief herausgelöst.Nach dem Ätzen und anschließendem Entschichten,d.h.Beseitigung der Abdeckschicht,ist die Metalloberfläche dann durch hochliegende ( nicht geätzte ) und tiefliegende ( geätzte ) Partien dem Motiv entsprechend gestaltet.

Läßt man den Ätzvorgang so lange andauern,bis sich Metall an den unbedeckten Stellen vollständig aufgelöst hat,entstehen Durchbrüche.
Man spricht auch von "Durchätzen".

Diese Technik ist für uns Modellbauer besonders interessant.
Lassen sich doch damit Werkstücke mit einer filigranen Qualität herstellen, die mit den herkömlichen Verfahren wie bohren,fräsen,feilen oder sägen,nie hätten angefertigt werden können.

Das Durchätzverfahren setzt allerdings voraus das die Stelle,die nicht durchgeätzt werden soll
auf der Vorder- und Rückseite deckungsgleich abgedeckt ist.
Das geschieht am besten mit einer Ätztasche.
Die kann man sich in einem Copyshop machen lassen oder zu Hause auf einem Drucker aus Overheadfolie selbst herstellen.
Und das geht so.


Die Zeichnung

Die zu ätzenden Teile werden von Hand mit Tusche oder mittels Zeichenprogramm auf dem PC im Massstab 1:1 gezeichnet.
Dann wird um die Werkstücke ein äußerer Rahmen gezeichnet dessen Größe sich nach den Abmessungen des zur Verfügung stehenden Ätzblechs richtet.
In diesem Fall ist mein Blech,100mm breit und 70mm hoch.

Also bekommt der äußere Rahmen die Maße 100 x 70.Nun noch dünne Hilfslinien, außen am Rahmen als Fixierhilfen, einzeichnen damit sich später beide Hälften leichter übereinander legen lassen.Auch müssen die Werkstücke noch durch dünne Striche untereinander selbst,und mit dem äußeren Rahmen verbunden werden,damit sie während des Ätzvorgang´s nicht aus diesem heraus fallen
Einige einfache Regeln sind bei der Erstellung der Zeichnung zu beachten.
Dadurch das das Ätzbad die blanken Stellen am Blech zerstört,wird es im gleichen Maße in alle Richtungen,also nach unten wie auch nach den Seiten zerstört (geätzt).Das läßt sich nicht verhindern.Deswegen muß beachtet werden das z.B. die Stegbreite meines Gitterrostes breiter sein muß als das zu ätzende Blech dick ist.Wenn das nicht der Fall ist bleibt von meinem Gitter nichts mehr übrig,alles ist weggeätzt.





Jetzt noch eine spiegelbildliche Kopie der Vorlage machen und dann auf Overheadfolie ausdrucken.Ich habe mir für diesen Zweck vor ein paar Jahren einen günstigen Laserdrucker angeschafft.Andere Modellbauer erreichen,wie ich höre, mit einem Tintenstrahldrucker den gleichen Zweck.
Wichtig ist auf jeden Fall, das bei beiden ausgedruckten Hälften die Tinten-oder Tonerseite nach innen in die Ätztasche zeigt.

Die Ätztasche

Beide Folien werden Deckungsgleich übereinander gebracht und zusammen geklebt
so das eine Art Tasche entsteht.Damit beide Hälften auch noch deckungsgleich übereinander liegen wenn ein Blech eingelegt ist, muß ein Abstandshalter von der Stärke des zu ätzenden Blechs mit eingeklebt werden.In meinem Fall ist das ein 0,2 mm dicker Blechstreifen.




ie Ätztasche ist nun fertig.Sie gehört zum 30,5 cm Geschütz meines Panzerkanonenboots.In diesem Fall ist es eine Tasche mit der in einem Arbeitsgang durch- und tiefgeätzt wird.Ihr seht deutlich das bei der einen Hälfte der Ätztasche die Seitenwangen der Oberlaffette komplett geschwärzt sind während auf der anderen Hälfte nur die Nieten und der Umriß schwarz sind.


Bevor das erste Blech belichtet wird sollte die Ätztasche noch einmal gründlich auf Fehler wie Kratzer und Pickelchen, an denen Licht durchscheinen kann, und zwar dort wo es nicht soll, untersucht werden und diese Stellen mit einem wasserfesten Filzschreiber ausgebessert werden.
Im Klartext:

Jede Schluderei schlägt auf das Ergebnis durch.
Eine schlechte Ätztasche erzeugt eine Schlechte Platine
Also sorgfältig arbeiten



Belichtung

Um den lichtempfindlichen Lack,mit denen die Ätzblechen beschichtet sind,zu zerstören muß er mit UV-Licht bestrahlt werden.Dazu kann ein einfacher Gesichtsbräuner,besser ein Belichtungsgerät,verwendet werden.

Die Belichtungsdauer ist abhängig von der Dicke des aufgetragenen Fotolacks,vom
UV-Anteil der Lampe,Vom Abstand Lampe-Blech und von der Anzahl der Lampen.

Zeichnen Sie sich nebenstehenden Teststreifen auf das gleiche Material auf dem die Ätzteile gezeichnet sind.Nehmen sie ein Reststück Ätzblech und bedecken es mit dem Teststreifen.
Legen sie beides zwischen zwei Glasplatten. Dann decken sie 4/5 des Teststreifens mit etwas lichtundurchlässigem ab und belichten das Blech eine Minute lang.Anschließend ziehen sie die lichtundurchlässige Abdeckung um 1/5 der Blechbreite zur Seite und belichten dann wieder eine Minute lang.Das machen sie fünfmal.Danach ist das linke fünftel des Testbleches 5 Minuten und das rechte fünftel eine Minute belichtet worden.Nun kommt das Testblech in das Entwicklerbad.
Nach ca.4-5 Minuten löst sich an den Stellen des Testblechs der Fotolack ab an der die optimale Belichtung statt gefunden hat.Wo zuviel belichtet wurde, wird das Blech ganz blank sein,sich also kein Werkstück abbzeichnen und wo zu wenig belichtet wurde wird ist kein Fotolack zerstört worden der sich dann im Entwicklerbad auch nicht herauswäscht.
Auf dem Teststreifenstück auf dem der Fotolack sich optimal vom Blech gelöst hat die Werkstückkontur aber noch optimal abgedeckt ist können sie die richtige Belichtungszeit ablesen.

https://abload.de/img/belichtungszeitjssok.jpg


Da wir durchätzen wollen müssen beide Blechseiten mit der gleichen Zeit belichtet werden.
Das geschieht am besten in dem das Blech in die Ätztasche gesteckt wird und beides zwischen zwei Glasplatten über die Lichtquelle gelegt wird.
Wichtig:Nach Belichtung der ersten Seite unbedingt darauf achten das Blech samt Tasche sich beim Umdrehen nicht verschieben.Denn dann ist die Deckungsgleichheit beider Werkstückseiten nicht mehr gegeben. Sie können sich ein Belichten der anderen Seite schenken denn das Ätzblech ist jetzt schon Ausschuß.
Bei meiner Arbeitsweise erziele ich mit 3 Minuten Belichtungszeit die Besten Ergebnisse.

Das Entwicklerbad wird folgendermaßen angesetzt.
7 Gramm Ätznatron,und zwar grammgenau abgewogen,werden in einem Liter Wasser aufgelöst.

Nach ungefähr 4-5 Minuten sollten auf dem Blech Reaktionen sichtbar werden.
Wenn das nicht der Fall ist das Blech herausnehmen und 1 Gramm Ätznatron nachschütten.

Warten bis es sich komplett aufgelöst hat,denn sonst gibt´s ´ne böse Überraschung.

Diesen Vorgang so oft wiederholen bis das Blech entwickelt ist.
Ursache für den schleppenden Entwicklungsprozess kann eine unterschiedliche Schichtdicke des Fotolacks,eine falsche Wassertemperatur sowie auch Ungenauigkeiten der Waage sein.





Ätzprinzip






Eine Ätzanlage habe ich noch nie gebraucht,denn 1990 als ich mit dieser Technik begann,gab es die noch nicht,sondern Gemüseschalen eines ausrangierten Kühlschranks.Die kleinere paßt in die große.
Die größere wird mit heißem Wasser gefüllt während die kleine das Ätzbad mit dem Blech enthält.Das ganze findet in meinem Heizungskeller statt.

[img]Die besten Ergebnisse erzielt man bei einer Wasertemperatur von 50 – 60 Grad mit einer frischen Lösung.Unter stetiger Bewegung des Ätzbades dauert der Ätzvorgang bei einem 0,2er Messingblech dann ungefähr 20 Minuten.
Bei Neusilber das doppelte.

Je nach Sättigunggrad dauert es natürlich länger.
Bei meiner Arbeitsweise und den Vorlagen die ich anfertige kann ich 4 Platinen von 100 mm X 70 mm mit einer Lösung ätzen,dann ist sie verbraucht,
Mit anderen Worten ca.80 g Kupfer sättigen 1 Liter Natriumpersulfad.



So sehen die beiden fertigen Platinen nach dem Entschichten mit Aceton aus
[img]Die besten Ergebnisse erzielt man bei einer Wasertemperatur von 50 – 60 Grad mit einer frischen Lösung.Unter stetiger Bewegung des Ätzbades dauert der Ätzvorgang bei einem 0,2er Messingblech dann ungefähr 20 Minuten.
Bei Neusilber das doppelte.

Je nach Sättigunggrad dauert es natürlich länger.
Bei meiner Arbeitsweise und den Vorlagen die ich anfertige kann ich 4 Platinen von 100 mm X 70 mm mit einer Lösung ätzen,dann ist sie verbraucht,
Mit anderen Worten ca.80 g Kupfer sättigen 1 Liter Natriumpersulfad.



So sehen die beiden fertigen Platinen nach dem Entschichten mit Aceton aus



Und das sind die Ätzteile nach dem Zusammenbau zu einem Geschütz







Nachtrag,am 14.03.2017:

Ganz wichtig.......
........ ist das die Ätzflüssigkeit auf keinen Fall einfach in den Abfluss gegossen wird.Sie ist sehr giftig , und tötet alle Bakterien in Kläranlagen.

Ihre Entsorgung:
84 g Ätznatron ( der Entwickler ) in einem Liter Wasser unter ständigen Rühren auflösen.

Die Ätzflüssigkeit (Natriumpersulfat ) in einen Kunststoffeimer geben,mit 8 Liter Wasser auffüllen und anschließend das Ätznatron einrühren.
Es bildet sich sofort ein tiefblau/schwarzer Niederschlag der langsam zu Boden sinkt.
Nach 2-3 Tagen hat sich der Ätzschlamm vollständig abgesetzt,die darüberstehende klare Flüssigkeit ist ungefährlich und kann abgegossen werden.

Die Restflüssigkeit im Ätzschlamm lassen wir entweder verdunsten oder gießen ihn durch ein feines Sieb.Nachdem er getrocknet ist kommt er in ein Glas,das mit“kupferhaltiger Ätzschlamm“ beschriftet wird und zur Sondermüllentsorgung gebracht wird.

zuletzt bearbeitet 06.05.2018 11:58 | Top

RE: Metallätzen

#2 von Elana , 13.03.2017 20:48

Hallo
Fuzzy

Wie entsorgst Du denn die Lauge vom ätzen?

Gruß
Uwe


www.schiffsmodellbau-schneider.de

 
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RE: Metallätzen

#3 von dib , 13.03.2017 21:18

Super und sehr anschaulich erklärt, ich selbst habe mich schon am Zeichnen versucht ohne jedoch der Ausführung. Die dafür notwendigen Vektorbasiertenzeichenprogramme sind echt komplex.
Ich rechne mit mindestens 3 Fehlversuchen 😪

 
dib
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RE: Metallätzen

#4 von Gelöschtes Mitglied , 13.03.2017 22:30

@ Elana,zweimal im Jahr gibt´s bei uns die Sondermüll Entsorgung.

@ dib, versuch mal Corel Draw ~ 100 € , oder Open Office ( kostenlos im Netz )


RE: Metallätzen

#5 von Gelöschtes Mitglied , 13.03.2017 23:18

Tach auch dib

Ich versuche mich gerade mit der Software Draft sight... gibt es umsonst im Netz...Muss ich auch gerade lernen

https://www.3ds.com/de/produkte-und-services/draftsight/

MfG
Chris

Je mehr desto besser... Austausch erwünscht


RE: Metallätzen

#6 von nauticus , 14.03.2017 18:49

Fuzzy,

vielen Dank für diesen tollen Bericht, der Mut macht in die Technik des Ätzens einzusteigen.
Natürlich gibt es heute am Markt eine Menge fertiger Ätzteilsätze für eine große Zahl von Modellen, meist aber nur passend für die größeren Maßstäbe aus dem Bereich Plastik- / Kartonmodellbau. Diese haben zudem oft einen wesentlichen Nachteil, ihre manchmal zu geringe Materialstärke. Was für Standmodelle ausreicht, nicht aber für die größere Beanspruchung im Fahrmodell. Für den bei unseren Modellen überwiegenden Maßstab 1:100 bieten spezialisierte Hersteller Einiges an einzelnen Fertigteilen, speziell im Bereich Militärmodelle an, die gut für Fahrmodelle geeignet sind.
Ganz anders sieht es aus, will man spezielle Teile mittels Ätztechnik herstellen, wie es Fuzzy an seinem schönen Beispiel des Panzer Kanonenboots gezeigt hat, hier führt kein Weg an Eigenleistung vorbei. Und es rentiert sich, wenn man nicht nur mal ein Modell bestücken will sondern auch künftig mehr vorhat.

Seit etwa 20 Jahren konstruiere und fertige ich meine Ätzteile selbst. Aus meiner Erfahrung mit tausenden Teilen nachfolgend ein paar Ergänzungen:
- Ätzvorlage: Ich verwende zum Zeichnen Corel Draw. Es ist relativ leicht zu erlernen und bietet ausreichend Spielraum beim kreativen Gestalten. Erste einfachere Teile kann man schon nach wenigen Stunden.
Die von Fuzzy empfohlene Platinengröße von ca. 100 x 70 mm hat sich auch bei mir bewährt. Geht es um besonders filigrane Teile, vor allem bei sehr geringen Strichbreiten, ist es besser, noch kleinere Platinen zu machen. Zu beachten ist, dass es beim Ausdrucken zu winzigen Verzerrungen kommen kann.
Die Qualität der fertigen Ätzteile ist ganz wesentlich von der Sorgfalt beim Ausrichten der Belichtungstasche abhängig. Ich mache das grundsätzlich nur über einem Leuchtpult. Danach Endkontrolle mit einer guten Lupe.

- Ätzbleche: Die meisten verwenden wohl Material von Saemann, der auch die Chemikalien sowie das gesamte Werkzeug anbietet.
Ich verwende nur positiv beschichtetes Material, das vereinfacht das Zeichnen. Außer Teilen,die später eine Messing- polierte Oberfläche haben benutze ich nur Neusilberbleche. Dieses Material hat eine höhere Festigkeit als Messing.
Für feinere Teile ohne größere Beanspruchung wird die Stärke 0,1 mm bevorzugt. Teile mit Anätzungen, zB. Schraubenköpfe, erfordern eher 0, 3mm Stärke, um wirklich eine Erhabenheit zu erzielen. Von größeren Materialdicken ist eher abzuraten, mit unseren "Bastler"- Ätzbädern wird die Qualität schwierig.
Die Ätzbleche werden mit einer Schutzfolie geliefert, die natürlich bis zum Rand geht. Somit sieht man zunächst nicht was darunter ist. Es kann im schlimmsten Fall ein nicht brauchbarer Rand von bis zu 5 mm darunter liegen, in Form von Lackfreiheit oder stärkerer Verdickung des Auftrags. Dies also beim Ausschneiden der Platte durch entsprechende Rand- Zugabe beachten.

- Belichten/ Entwickeln: Die einfache Lösung mit einer großen UV- Lampe ist sicher möglich, erfordert aber etwas mehr Sorgfalt. Wer ernsthaft in die Ätzerei einsteigen will, ist mit einem richtigen Belichtungskoffer auf die Dauer besser bedient. Der von Saemann angebotene bietet mit seinen 4 UV- Röhren und dem elektronischen Timer eine gleichmäßige Ausleuchtung und Reproduzierbarkeit. Ich arbeite hiermit seit Anfang immer mit der gleichen Zeiteinstellung.
Entwickelt wird in einer offenen Schale mit Ätznatron, möglichst nicht mehr als 10 Gramm/Liter. Vor dem Einbringen der Platinen gut umrühren /schwenken. Ich gebe das Natron in etwa 30 Grad aufgewärmtes Wasser, aber bitte nicht viel wärmer, sonst ist evt. ganz schnell "der Lack ab". Die Entwicklung ist beendet, wenn die zu ätzenden Freistellen ganz klar und ohne Restschleier zutage treten. Danach mit Wasser klarspülen. Vor dem Ätzen evt. überstehende freie Ränder der Platine abschneiden, um nicht das spätere Ätzbad unnötig zu beanspruchen.
Beim Umgang mit den Chemikalien unbedingt auf die Gesundheit achten, das heißt Schutzbrille für die Augen und Einweghandschuhe. Nicht täuschen lassen, das Berühren von Entwickler und Ätzbad tut zwar nicht weh, strapaziert die Haut aber dennoch. Und unvermeidliche Spritzer auf die Kleidung rächen sich zuerst mit harmlosen braunen Flecken, die nach einiger Zeit in hübsche Löcher übergehen. Für meine Hexenküche habe ich daher immer eine alte Latzhose / Strümpfe und Schuhe.

- Ätzen: Eine Ätzmaschine mit "Blubber"- Bad ist weniger gut, da der Ätzvorgang über die Fläche einfach nicht immer gleichmäßig abläuft. Besser ist das Verfahren wie von Fuzzy dargestellt. Die offene Schale und die manuelle Bewegung ist die beste Lösung, auch wenn man ständig dabei sein muss. Aber das ist ja gerade spannend, dem Vorgang direkt zuzuschauen.
Wir verwenden zum Ätzen ausschließlich das so genannte Schnellätzmittel Natriumpersulfat, Eisen III- Chlorid ist wegen seiner Undurchsichtigkeit kaum geeignet, es wäre auch deutlich langsamer.

Bei Schwierigkeiten mit der Ätztechnik ist der Lieferant Saemann gerne behilflich, auf seiner Netzseite findet sich auch eine ausfürhrliche Arbeitsanleitung. Ferner gibt es bei ihm eine Menge fertiger Ätzteile in hoher Qualität.

Viel Freude beim Ätzen wünscht Euch

Hermann

 
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RE: Metallätzen

#7 von Gelöschtes Mitglied , 06.11.2017 20:01

Ich drucke meine Belichtungsvorlagen auf Folie mit einem Tintenstrahldrucker der für Fotodruck geeignet ist.
Probiert habe ich in der Vergangenheit diverse Overheadfolien für Tintenstrahldrucker, sowohl von günstigeren Anbietern als auch die teure Avery/Zweckform OHP Folie. Alle diese Folien sind auf einer Seite mit einer speziellen Beschichtung versehen, welche die Tinte aufnimmt.

Aber egal mit welcher Einstellung des Druckers, man hat nie ein wirklich deckendes Schwarz hinbekommen. Man mußte endweder zwei Ausdrucke übereinander kleben (fehleranfällig) oder mit der Belichtungszeit spielen (Risiko für unscharfe Kanten). Jetzt bin ich durch Zufall auf einen Belichtungsfilm aus dem Siebdruckbereich gestoßen. Dieser ist perfekt für Tintenstrahldrucker und hat eine Spezialbeschichtung die mehr Tinte aufnimmt als die bei den OHP Folien. Nach dem Drucken sieht es noch leicht durchsichtig aus, aber es wird dann von Minute zu Minute immer dunkler. Ich lasse die Ausdrucke bei Zimmertemperatur einen Tag liegen und belichte dann mit meinem Selbstbaubelichter ( 4x 9W UV Lampen ) genau 60 Sekunden und die Ergebnisse sind perfekt.

Der Belichtungsfilm nennt sich Micronom#Pro und ist u.a. hier erhältlich
https://www.siebdruck-versand.de/Siebdru...t-A4::1209.html


RE: Metallätzen

#8 von nauticus , 07.11.2017 08:44

Danke Seeadler,
für diesen interessanten Quellen Hinweis. Damit lässt sich wohl ein wesentliches Problem der Ätzerei lösen. Natürlich ist dieses Material teuer, aber wenn es funktioniert immer noch billiger als einige "angefressene" Teile wegen unzureichender Schwärzung beim Belichten.

Gruß
Hermann

 
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RE: Metallätzen

#9 von Gelöschtes Mitglied , 19.11.2017 18:51

Tach auch

Hier mal ein link für eine Biegevorrichtung für Ätzteile.

https://www.fohrmann.com/de/abkantvorric...-aetzteile.html


Elana und ich haben ja immer Samstag einen Ministammtisch. Da war das ein Thema.
" Selbstbau"

MfG
Chris

zuletzt bearbeitet 19.11.2017 18:52 | Top

RE: Metallätzen

#10 von plumbum , 19.11.2017 21:26

Sind ganz praktische diese Biegevorichtingen, besonders bei sehr langen oder sehr kleinen Teilen.


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
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RE: Metallätzen

#11 von Hoppenstedt ( gelöscht ) , 05.08.2018 12:22

Hallo,
habe ich gerade entdeckt - ggf. interessant für diejenigen, die in das Ätzen von Messing und/oder Neusilber einsteigen wollen:
Meiner Meinung nach ein sehr fairer Preis:
https://www.ebay.de/itm/Atz-Set-Platinen...AQAAOSwPSxbX4aI
Artikel-Nr.: 202386835734
VG, @Hoppenstedt

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Hoppenstedt

RE: Metallätzen

#12 von Elana , 05.08.2018 12:31

Hallo

Nur der Heizstab vom Aquarium wir die 45° nicht schaffen.

Gruss
Uwe


www.schiffsmodellbau-schneider.de

 
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RE: Metallätzen

#13 von Gustav , 05.08.2018 19:54

Moin,

die Biegehilfen für Ätzteile finde ich einfach genial ich habe diese und bin sehr zufrieden damit auch gibt es in diesen Shop sehr viel nützliche Dinge für den Modellbau, einfach mal reinschauen.

https://www.dersockelshop.de/werkzeuge/f...lz_pir-135.html


LG

Gustav

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zuletzt bearbeitet 05.08.2018 | Top

RE: Metallätzen

#14 von ivan1958 , 06.12.2018 12:54

Guten Tag. Wer kennt die Methode des ätzens von Wasserstoffperoxid+Zitronensäure + Salz? Mit freundlichen GRÜßEN Konstantin.

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
 
ivan1958
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RE: Metallätzen

#15 von ivan1958 , 06.12.2018 13:16

 
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