RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#61 von Michis Mini Marine , 21.05.2016 21:53

Hallo Jürgen +Günther

Danke für Eure Beiträge.
Olivgrün als Kuk grün hatte ich auch mal im Visier. In Wiener Militärhistorischen Museum ist das grün aber
ganz anders.Tut mir leid ,ein Modellbaukollege hatte mal die Mischung,
wie oben von mir beschrieben,angegeben ,und ich find`s nich mehr.
Die Zenta wird nun grün wie oben beschrieben aber mit 10% weiß aufgehellt.
Modelle von 1:100 solten ,so von Lothar empfohlen,mit etwa 10% weiß aufgehellt werden,da kleine
Objekte,was ja unsere Modelle sind,sonst zu dunkel wirken.
Habe die Farbe noch nicht gemischt und werde natürlich erst mal kritisch vorgehen.
Denn 10% können alles versauen.
Der Wasserpass wird aber womöglich auch rot werden.Rot ,ausgebleicht oder verwaschen ,ist rosa.

Michi MMM

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#62 von Leipzig , 24.05.2016 10:35

Hallo Michi,

natürlich musst du selbst entscheiden, wie du deine "Zenta" anstreichen willst, aber gerade weil der in der k.u.k.-Marine von 1900 bis 1913 gebräuchliche, nach dem Marinekommandanten scherzhaft "Montecuccolin" genannte Anstriche so selten bei Fahrmodellen zu sehen ist (der nachfolgende hellblaugraue Anstrich wirkt einfach schöner und lässt die Details mehr hervortreten), wäre es doch schön, wenn du ihn möglichst authentisch wiedergeben würdest. Sicher kann heute niemand mehr ganz genau sagen, wie er aussah, zumal die Mischungsverhältnisse auch damals schon mehrfach wechselten und die Farbe mit der Zeit immer nachdunkelte. Aber es steht doch wohl fest, dass es eine olivgrüne Farbe war, auch wenn sie amtlich völlig unpassend als "blaugrau" bezeichnet wurde.

Wladimir Aichelburg gibt in seinem Buch "Register der k. (u.) k. Kriegsschiffe" folgende amtlichen Vorgaben für die Mischung dieser Farbe wieder:

1906: 140 kg Bleiweiß, 9 kg Schwarz, 45 kg Ockergelb, 5 kg Ultramarineblau, 40 kg Leinöl, 20 kg Terpentinöl

1910: 36 kg Bleiweiß, 5 kg Schwarz, 28 kg Ockergelb, 4 kg Ultramarineblau, 23 kg Leinöl, 4 kg Terpentinöl

1911: 27 % Emailweiß, 31 % Ockergelb, 7 % Schwarz, 1 % Ultramarineblau, 31 % Leinöl, 3 % Terpentinöl

Aichelburg hat nach seinen Angaben diese Farben in den 1970er-Jahren mit den (teilweise giftigen) Originalbestandteilen nachgemischt, es ergab sich immer ein olivgrüner Ton, wenn auch unterschiedlich dunkel.

Im Buch von Bilzer "Die Torpedoschiffe und Zerstörer der k.u.k. Kriegsmarine 1867-1918" wird aus einem Bericht zitiert, der sich 1913 mit der Frage befasste, welche neue Farbe die k.u.k.-Marine zukünftig verwenden sollte, um ihre Schiffe auf hoher See weniger sichtbar zu machen (der alte Anstrich war ja für den Kampf unmittelbar vor der eigenen Küste gedacht und sollte die Schiffe vor deren Hintergrund tarnen). Darin wird letztlich ein hellgrauer Anstrich nach dem Vorbild der deutschen Kaiserlichen Marine empfohlen, interessant ist aber der Zusatz, dass eine bloße Nuancierung des bisherigen Anstrichs keinen Erfolg verspreche, "da beim Nachdunkeln immer wieder der olivenbraune Ton der Farbe zum Durchbruch kommt".

Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien stehen zwei zeitgenössische Modelle von Schlachtschiffen im Maßstab 1:50 im olivgrünen Anstrich, nämlich "Erzherzog Karl" und "Viribus Unitis" (nicht das 1:25 Schnittmodell, das hat den hellblaugrauen Anstrich). Außerdem gibt es dort noch einige Modelle von Donaumonitoren in demselben Anstrich. Am besten ist es, sich die Modelle vor Ort anzusehen, auf Fotos wirken die Farben sehr unterschiedlich, je nach Licht- und Aufnahmeverhältnissen. Anhaltspunkte bieten schließlich auch die Gemälde zeitgenössischer Marinemaler wie Kircher und Ramberg, während man natürlich auf die Farben von colorierten Postkarten nichts geben sollte.

Ich persönlich verwende für meine Modelle im "Montecuccolin"-Anstrich eine Mischung von 1/4 Revell 361 Olivgrün und 3/4 Revell 86 Khakibraun, dabei geht es allerdings auch um Modelle im Maßstab 1:1250, bei denen man noch mehr aufhellen muss als beim Maßstab 1:100. Letztlich scheint mir der Farbton des "Viribus Unitis"-Fahrmodells auf dem Foto von Jürgen schon recht gut getroffen zu sein.

Wie gesagt, ich will dir nicht in deine Entscheidung reinreden. Aber du solltest vielleicht doch noch einmal überdenken, ob du nicht einen mehr ins olivgrün gehenden Anstrich für deine "Zenta" wählen willst.

Viele Grüße
Leipzig

 
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zuletzt bearbeitet 24.05.2016 | Top

RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#63 von Markgraf , 24.05.2016 12:25

Danke für die Angabe der Farbmischung !!
Am Sonntag brachte ein Freund sein neues Modell mit an den See , den SZENT ISTVAN .



Auch im Wasser machte es eine gute Figur :





Gruss Jürgen


 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#64 von Markgraf , 24.05.2016 14:22

Im Netz ist das Modell und Bilder vom Fahren :

http://www.schiffsmodelle-haefner.de/htm...t-istvan--.html

Gruss Jürgen


 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#65 von Leipzig , 26.05.2016 10:03

Danke für die Fotos, Jürgen. Ein schönes Modell, auch wenn gerade diese sehr kompakt gebaute Klasse sicher nicht die Eleganz etwa der Schlachtkreuzer aufweist. Dafür ist ein solches Modell in 1:100 auch nur 1,50 m lang.

Zur Farbgebung habe ich im Buch von Friedrich Prasky "Die Tegetthoff-Klasse" noch eine Mischungsangabe gefunden, leider ohne Hinweis darauf, woher sie stammt und ob sie - wie bei Aichelburg - "amtlich" war. Ich gebe sie trotzdem auch noch einmal wieder:

46 % Bergkreide (grau), 14 % Ockergelb, 2 % Schwarz, 9 % Litopan (weiß), 1 % Ultramarineblau, 27 % Leinöl, 1 % Terpentinöl.

Außerdem weist Prasky darauf hin, dass die damaligen Erdfarben nicht so lichtbeständig waren wie die heutigen Farben und der Anstrich unter der Adriasonne mit der Zeit immer heller wurde (während Aichelburg ja ein Nachdunkeln hervorhebt). Im Ergebnis heißt das für mich, dass man hinsichtlich der Helligkeit und auch des genauen Farbtons ein größeres Spektrum von Farbnuancen hat, die alle authentisch sein können, auch im Original sahen nicht alle Schiffe immer gleich aus, und zudem wirkte die Farbe auch im Original je nach Lichteinfluss (Wetter) unterschiedlich.

Viele Grüße
Leipzig

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#66 von Gelöschtes Mitglied , 26.05.2016 10:47

Nur mal um zu zeigen was Licht für Enflüsse haben kann.
All diese Fotos entstanden innerhalb einer Stunde

zuletzt bearbeitet 07.11.2016 18:38 | Top

RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#67 von S-Marder , 26.05.2016 16:19

Hallo Leibzig, die haben früher Ölfarben verwendet. Wie Du schon beschrieben hast, wurden Farbpigmente in Leinöl eingesumpft , mit Terpentin verdünnt und mit Sikkativ als Trocknungsbeschleuniger versetzt.
Ölfarben und auch unsere heutigen herkömmlichen Lackfarben ( Lösemittelhaltig) dunkeln beim trocknen unterschiedlich nach.
Die Farbpigmente waren seiner Zeit, zu feinem Puder gemahlenen Erdpigmente, die deutlich stärker aus bleichen als die in der heutigen Zeit Chemisch erzeugten Pigmente.
Bei starker dauerhafter Sonnenbestrahlung veränderten sie sich natürlich deutlich mehr. Sie werden sozusagen milchig. Das passiert sogar in der heutigen Zeit bei Üni lackierten Autos. Da bekommst Du es aber mit Politur wieder hin.
Natürlich spielen die Äußeren Einflüsse, wir Fuzzi es auf Seinen Bildern so schön zeigt, auch noch eine große Rolle. ( Sonne, Licht, Schatten, Wasser usw.)

Gruß HP.

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#68 von Gelöschtes Mitglied , 07.07.2016 08:44

Michi hat wohl seine Modellbautätigkeiten eingestellt oder warum geht´s hier nicht weiter?


RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#69 von Michis Mini Marine , 06.11.2016 23:10

Ein bischen gehts weiter

Vorerst zum oben gesagten nur das Bild


Michi MMM

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#70 von Markgraf , 07.11.2016 08:43

Im KuK Forum der Russen , sind die Farben und wann sie verwendet wurden :

http://forums.airbase.ru/2016/11/t81034,...rabli.9574.html



Schön finde ich , dass es bei diesem Modell mit Dampf weiter geht !



Gruss Jürgen


 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#71 von dib , 07.11.2016 18:36

Jetzt wo du die Farbgebung der KuK Marine eingestellt hast ( danke ) und ich erst kürzlich mein Adler Rumpf, natürlich wie kann es auch anders sein, rotbraun lackiert habe werde ich wohl oder übel nochmal ran müssen. Sind die Farbangeben denn "gesicherte Informationen".
Gruß Daniel

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#72 von plumbum , 07.11.2016 19:30

Ich meine die Farbangaben oben galten nur für größere Einheiten.

Die WMM gibt ja auch rotbraun-schwarz als Farbgebung an, die solltes es wissen ;)


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#73 von dib , 08.11.2016 11:19

Christoph, stimmt da hast du recht wird wohl so gewesen sein.

 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#74 von Markgraf , 08.11.2016 14:02

Die kleinen Einheiten wichen anscheinend von dem Farbschema ab :



wie das Modell in Wien zeigt .
Gruss Jürgen


 
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RE: Zweigeteilter Rumpf ganz leicht

#75 von Michis Mini Marine , 09.11.2016 20:30

Ich möchte nur einfach mal die Bilder gegenüberstellen.




Mit der gleichen Kamera am selben Tag villeicht 2 min später aufgenommen.
Eben aus einer anderen Perspektive.
Welchen Alterungsgrad habe ich gerade????.....

Michi MMM

 
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