USS Olympia

#1 von nauticus , 01.11.2015 11:34

Wie komme ich auf diesen Exoten? Mein neues Objekt sollte wieder mal bunt sein und nicht alltäglich. Schon als ich die Olympia vor 20 Jahren als Plastikmodell von Revell im Maßstab 1:232 baute, dachte ich das müsste man mal in Groß bauen. Mit der Farbgebung fast ganz in weiß, nur die Schornsteine und Masten in Ockergelb, sieht das in der Ferne wie ein Passagierschiff aus. Erst in der Nähe erkennt man, da sind ja Kanonen drauf.
Weitere Entscheidungsgründe waren, es gibt einen Fertigrumpf, im Maßstab 1:96 und 110 cm Länge ist es noch recht handlich und der komplette Aufbaumittelteil lässt sich abheben und ermöglicht einen prima Zugang zur Technik. Ich mag nämlich grundsätzlich keine sichtbaren Decksöffnungen oder Gefiesel mit abzunehmenden Takelagen. Und es gibt eine Menge Bilder im Netz, da das Original noch als Museumsschiff in USA vorhanden ist.
Ich bin zwar schon mehrere Wochen am Bauen, werde den folgenden Bericht aber von Anfang zeigen.

Gruß
Hermann


 
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RE: USS Olympia

#2 von plumbum , 01.11.2015 17:50

Hallo Hermann,

ein schönes Projekt und ein schönes Schiff.

Welcher Hersteller hat den einen Rumpf von der Olympia im Programm ? Vermutlich eine US Quelle wegen dem Maßstab ?


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
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RE: USS Olympia

#3 von Gelöschtes Mitglied , 01.11.2015 18:01

Ich nehme an es handelt sich um einen GfK Rumpf mit welchem Lieferumfang?
Qualität?


RE: USS Olympia

#4 von nauticus , 01.11.2015 18:51

[[File:IMG_0014_3_1.JPG]]Der Rumpf kommt von der Firma fleetscale.com in Cornwall, England. Die haben eine Menge interessanter Rümpfe im Angebot, es empfiehlt sich, da mal reinzuschauen. Unkompliziert zu bestellen. Kostete 155€ inklusive Fracht. Lieferzeit: 1 Tag Fertigung plus 3 Tage Shipment, das war Spitze.
Und was wird geliefert?
Ein Rumpf in GFK laminiert, allerdings wie oft bei Serienfertigungen in Polyester und nur Glasmatte statt mehrlagigem Gewebe in Epoxy. Materialstärke ca. 1,5 mm, sehr gute Stabilität, Gesamtgewicht ca. 1 kg.
Ausführung: Beplatteter Rumpf mit angedeuteten Nieten, angeformte Wellenhosen, Bugtorpedorohr und Kasematten der kleinen Geschütze. Für meine recht hohen Qualitätsansprüche sieht das Ganze allerdings leider schrecklich aus. Hauptfehler sind die Proportionen. Die Dimension der Platten würde für einen Maßstab von etwa 1:30 passen, aber so liegt das einfach völlig daneben. Zusätzlich ziemlich grobe Oberflächen. Der Formenbauer hat es zwar gut gemeint, aber schlecht und unsachlich ausgeführt. Wer sich nicht an dieser groben Ausführung stört, kann den Rumpf natürlich auch so verwenden wie er ist. Die Maße stimmen für den Maßstab 1:96, obwohl im Angebot eigentlich die Maße für 1:100 genannt sind.
Inzwischen haben meine weiteren Recherchen ergeben, dass das Original keineswegs überlappende Platten hatte, sondern wie auch bei den deutschen Schiffen dieser Zeit glatte Oberflächen mit innenliegender Verlaschung.
Daher war für mich schnell klar, der Rumpf muss geglättet und bei der Gelegenheit auch die anderen Anformungen entfernt [[File:IMG_0014_3_1.JPG]]werden.
Dazu mehr im nächsten Bericht.


 
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RE: USS Olympia

#5 von Michis Mini Marine , 01.11.2015 18:58

Hallo nauticus

Die Olympia war auch ein schönes schnelles Schiff
21,68 Kn mit max. 17313 Ps soll sie bei Probefahrten mit nicht ganz voller Verdrängung gelaufen sein.
Nur Columbia +Minneapolis dürften zu dieser Zeit ein bischen schneller,in der US Marine,gewesen sein.

Dann viel Spaß beim bauen Michi MMM

 
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RE: USS Olympia

#6 von Markgraf , 02.11.2015 10:12

Hallo Nauticus ,
der angebotene Rumpf sieht nach viel Arbeit aus !
Auch wenn es einfacher ist einen fertigen Rumpf zu nehmen ,
ein Eigenbau würde Dir mehr Freude machen !
Gruss Jürgen


 
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RE: USS Olympia

#7 von plumbum , 02.11.2015 10:14

Danke für die Erläuterung !

Also der Rumpf schaut auf den Bildern ja ein bisschen nach Fimo aus ;)


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
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RE: USS Olympia

#8 von Gelöschtes Mitglied , 02.11.2015 11:31

Ein bisschen nach Fimo?

Mit ner ganz kleinen Axt hätte ich das bestimmt genau so gut hinbekommen.
Scheint ein Modellbauanfeänger gewesen zu sein der das Urmodell gebaut hat.

Jedenfalls ne Menge Arbeit die du dir da aufgehalst hast.
Auf die Fortsetzung bin ich gespannt.


RE: USS Olympia

#9 von nauticus , 03.11.2015 18:07

Liebe Kollegen,
vielen Dank für Euer Mitgefühl zu diesem Rumpf.
In der Vergangenheit habe ich schon einige Rümpfe in GFK selbst gefertigt. Mein Modellbau Tagebuch sagt mir, dass ich für solch einen Rumpf komplett inklusive Formenbau ca. 100 Std. benötige. Ist ja alles Übungssache und Erfahrung. Inzwischen habe ich aber eine Abneigung gegen die Epoxy- Panscherei im größeren Umfang.
Also wurde der gelieferte Fertigrumpf bearbeitet, um eine ebene glatte Oberfläche zu bekommen. Das Feilen und Schleifen sowie die Entfernung aller Überstände war recht mühsam und kraftraubend, hier zeigte sich der Nachteil des harten Polyester. Manche Stellen wurden wegen der radikalen Bearbeitung ziemlich dünn. Zur Sicherheit wurde daher innen noch in einem größeren Bereich entsprechend Glasgewebe einlaminiert. Und dann natürlich wieder wie gehabt Spachteln und Schleifen. Aufwand ca. 70 Stunden. Aber jetzt sieht er so aus wie sich das gehört.
Wegen der Verwendung von grober Glasmatte waren die Rumpfränder innen recht bucklig. Um das Deck sauber einpassen zu können habe ich einen Streifen 1mm ABS innen eingeklebt und oben als Abschluss eine Deckleiste aus ABS, die nach außen 1 mm übersteht. So ergibt sich nach oben ein sauberer Abschluss mit reichlich "Fleisch" für die spätere dort zu einzusetzenden Relingstützen.

Der Heckbereich mit entfernten Wellenhosen und verschlossener Öffnung



Und so sieht das jetzt aus


 
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RE: USS Olympia

#10 von nauticus , 03.11.2015 18:31

Als Bauunterlage verwende ich den Plan von Ingo Oses. Der ist in den Hauptansichten und Querschnitten recht gut gezeichnet, zeigt aber wenig herausgezeichnete Einzelteile. Dennoch ist das Wichtigste vorhanden und es gibt ja im Netz ein Menge guter Fotos.
Das Original Museumsschiff ist allerdings auch nicht mehr vollständig, es steht ohnehin bald zur Verschrottung an.
Eine weitere gute Quelle, quasi 3D- Unterstützung, ist mein kleines Revell Modell. Alles zusammen ermöglicht jedenfalls einen ordentlichen Nachbau.

Das Ruder machte ich von vornherein ca. 6 mm breiter, um eine gute Manövrierbarkeit zu erreichen. Die Konstruktion von Ruderhake und Welle mit Mittellager ist in altbewährter Weise in Messing ausgeführt, das Ruderblatt wie beim Original ein "dicker Brocken".



Das Original


 
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RE: USS Olympia

#11 von plumbum , 03.11.2015 18:47

Wow, das ist echt der gleiche Rumpf wir oben ? Respekt das schaut ja jetzt prima aus, nicht
wieder zu erkennen !


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

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RE: USS Olympia

#12 von Markgraf , 03.11.2015 19:11

Das hatte ich nicht erwartet , dass der Fertigrumpf , mit viel Spachtel , Schleifarbeit und Schweiß ,
am Ende noch so gut wird . Die Originalaufnahme ist sehr nützlich und in sehr guter Qualität .
Gruss Jürgen


 
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RE: USS Olympia

#13 von nauticus , 04.11.2015 19:15

Einbau der Technik
Da sich der gesamte Aufbau abheben lässt, ergibt sich ein herrlich guter Zugang zu den Innereien. Dadurch war auch der Einbau der Motoren recht einfach, Befestigung in einem Spant. Die Wellenanlage wie gewohnt mit selbst gefertigten Propellern, Edelstahlwelle 4 mm, Kugellagerung innen. Als Motore verwendete ich wieder die meinen Modellen dieser Größenordnung bewährten Igarashi Langsamläufer, inzwischen bei mehreren Anbietern unter der Bezeichnung Motraxx X- Drive 555-1 angeboten.
Der Rumpf hat bereits eine Probefahrt absolviert, mit Ballast für die richtige Lage auf WL, und zur Simulation der Krängungsstabilität ein entsprechendes Gewicht auf Deckshöhe. Bei dem geplanten Einsatz von einem Lipo Akku 2S (Betriebsspannung ca. 8 Volt) beträgt die Stromaufnahme für beide Motore zusammen ca. 1,7 A. Damit macht das Modell ordentlich Fahrt. Einen Versuch mit einem 3-zelligen Lipo habe ich schnell abgebrochen, denn dabei hat sich die Bugwelle wegen der Bugform schnell bis zum Decksrand hoch geschoben. Versenken wollte ich die noch offene Olympia schließlich nicht und als Rennboot ist sie ja auch nicht vorgesehen.
Ansonsten blieb der Versuch positiv, das Modell ist gut wendig und sogar rückwärts gut steuerbar.
Ich habe zwar Aufnahmen gemacht, diese sind mir aber beim Umgang mit meiner neuen Profikamera leider verloren gegangen. Ich werde die Aufnahmen bei Gelegenheit wiederholen.

Der Antrieb


Das überarbeitete Heck


 
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RE: USS Olympia

#14 von nauticus , 09.11.2015 18:42

Inzwischen ging es mit den Decks weiter, mit folgender Ausführung: Grundplatte 1mm GFK, darauf 1mm Sperrholz mit dem langsamen Uhu Plus aufgeleimt und als Planken Birne Furnier 0,5 mm mit wasserfestem Kaltleim. Besonders beim Hauptdeck war diese sehr stabile Ausführung notwendig, denn in Längsmitte sind hier die Ränder nur 1 cm breit (Bruchgefahr). Die Planken 60 mm lang und 1,5 mm breit gesägt. Keine Kalfaterung. Mir ist die richtige Plankenlänge wichtig. Einleibungen bei den entsprechenden Aufbauteilen. Die Ränder der oberen Decks sind mit seitlich angeklebten ABS Streifen eingefasst. Bilder der Decks zeige ich erst später nach der Lackierung, ohne diese sieht man ja noch nicht viel.
Den großen Mittelteil des Aufbaus fertigte ich aus GFK 1 mm.
Ein besonderer Leckerbissen steht jetzt an, das Steuerhaus auf dem Brückendeck. Dies wir eine aufwändige Holzkonstruktion.


[[File:SAM_0029_1.JPG|none|fullsize]]
[[File:SAM_0038_1.JPG|none|fullsize]]


 
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#15 von nauticus , 09.11.2015 18:45

Die fehlenden Bilder


 
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