Panzerkanonenboot Wespe

#1 von Gelöschtes Mitglied , 03.10.2015 14:11



Um die deutsche Küste vor feindlichen Angriffen von See aus zu schützen,wurde in den 1870er Jahern der Bau von gepanzerten Kanonenbooten betrieben.Insgesamt liefen in den Jahren 1876 – 1881 elf Schiffe dieses Typs vom Stapel,die alle bei der A.G. Weser gebaut wurden.Die Schiffe hatte man als Querspant-Eisenbauten auf 210 mm Teakholz entworfen und sie verfügten über eine Seitenpanzerung die am Bug 200 mm stark war und sich zum Heck hin auf 100 mm dicke verringerte.Der Grund für diese eigentümliche Panzerung resultierte aus der Tatsache das das 30,5 cm Geschütz auf dem Vordeck nur in einem schmalen Winkel in Vorausrichtung schießen konnte,Infolgedessen mußte dem Gegner im Kampf immer der Bug zugekehrt werden.
Der Antrieb der Panzerkanonenboote bestand aus zwei zueinander geneigt montierten 2-zyl.-Zweifach-Expansionsmaschinen mit einer Leistung von zusammen 880 PS.

Propellermit jeweils 2,5 m Durchmesser brachtendie Booteauf eine maximaleGeschwindigkeitvon10bis11kn.
Die Namen der 11 Boote lauteten wie folgt:
WESPE,VIPER,BIENE,MÜCKE,SKORPION,BASILISK,CHAMALEON,KROKODlL, SALAMANDER,NATTERund HUMMEL. Eine ganze Reihe von Spitznamen charakterisierte diese schwimmenden Laffetten,neben ,,lnsektengeschwader" waren auch weniger schmeichelhafte Namen wie ,,Schlickrutscher"und,,Wattwanzen"im Gebrauch,denn dank ihres flachen Rumpfbodens konnten diese Schiffe auf den Watten
und Sänden der norddeutschen Küstengewässer trockenfallen und die Flußmündungen stationär verteidigen.lm Gegenzug zu diesem Vorteil waren es aber sehr schlechte Seeschiffe:Heftig schlingernd,stark luvgierig und die Decks schöpften bei Seegang sehr viel Wasser,so dass der Waffeneinsatz bei Windstärken von 4 bis 5 schon nicht mehr möglich war.

S.M.S.WESPE lief am 6.7.1876 vom Stapel und wurde am 20.11.desselben Jahres in Dienstgestellt.Aus der Liste der aktiven Kriegsschiffe wurde das Schiff am 28.6.1909 gestrichen und im Jahre 1910
wurde die WESPE für 52000 Mark als Prahm nach Düsseldorf verkauft.

Technische Daten des Originals
Länge übe ralles: 46,4m
Breite: 10,6m
Seitenhöhe: 3,9m
Verdrängung: 1169t
Maschinenleistung:880PS
Besatzung: 3Offz.85Mannschaften

Bewaffnung:

1x Ringkanone 30,5cm
2x versenkbareRingkanonen 8,7cm
2x Revolverkanonen 3,7cm
2 x Unterwassertorpedorohre 35cm

Jedes Modell das in Eigenregie entsteht benötigt einen Spantenriß der das Gerippe des Modells bildet
Der Kiel ist das Rückrad eines Schiffs an dem die Spanten befestigt sind.
Leider besitze ich kein Foto vom Spantengerippe dieses Modells,da da oben entspricht aber dem gleichen Prinzip.

Werdegang eines Spant´s
Oben links:Spantenriss eines Original-oder Modellbauplans.Um die Zeichnung übersichtlicher zu gestalten sind jeweils nur nur halbe Spanten gezeichnet
Oben rechts:Ein halber Spant ist heraus gezeichnet.
Unten links:Der halbe Spant ist gespiegelt,beide Hälften werden zu einem Vollspant zusammengesetzt.
Unten rechts:Ein hohler Spant für ein Fahrmodell entsteht unter Berücksichtigung der Materialstärken die verwendet werden sollen.


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#2 von Gelöschtes Mitglied , 08.10.2015 19:46

Als mein Silikon dann endlich geliefert wurde habe ich selbstverständlich sofort damit begonnen die Form zu bauen.




Nach kurzer Zeit war das Silikon ausgehärtet und der erste Rumpf laminiert



Leider in die Hose gegangen,wie man so sagt,viele Luftblasnen und keine scharfen Kanten.

Nächster Versuch.


Wieder nicht so toll aber schon wesentlich besser.Daher beschloss ich Rumpf Nr.3 zum Weiterbau zu verwenden.

Ich habe ihn dann, in Silikonform liegend,beschnitten und mit Leisten für die Decksauflagen versehen.




Die Messingleisten als Decksabschlußkante sind angeklebt


Nun wird es Zeit sich um den Antrieb zu kümmern.
2 Motoren aus dem Eisenbahnmodellbau,mit kleiner Bauhöhe.
Kupplungen selbst gebaut.




Wellen sind drinn,Ruder dran und die Propeller drauf,Zeit für die erste Probefahrt.
Hoffentlich sind die Stevenrohre und der Ruderkokker dicht.

Schlechte Bildqualität weil aus einem Video herauskopiert.

12 Volt sind doch ein bisschen zu viel für die kleine Wattwanze

zuletzt bearbeitet 07.11.2015 11:19 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#3 von Gelöschtes Mitglied , 15.10.2015 17:40

Ein Modellbaukollege sagte:Sie pflügt wie ein Bieber durchs Wasser
Nachdem geklärt war ob die Stevenrohre und der Ruderkokker dicht sind oder nicht wurde das nächste Etappenziel in Angriff genommen.

Die Wespe-Klasse war mit den damals größten, zur Verfügung stehenden,Geschütz ausgerüstet.



Normalerweise arbeite ich gern mit Messing und Alu,hier ging das nicht weil das fertige Modell,mit allem drum und dran,nur knapp 1200 g auf die Waage bringen durfte,Gewicht sparen lautete die Devise.

Von den Teilen die wirklich schwer werden würden habe ich Urmodelle angefertigt und mit Silikonkautchuk abgeformt.Aus diesen Formen wurden Resinabgüsse gezogen.


Hier die "zweiten oder dritten Teile":Geschützrohr,Drehkränze und Geschützredoute



Mein Modell sollte natürlich so authentisch wie möglich werden,deshalb habe ich dafür Ätzteile angefertig die so konstruiert sind das sie weitgehend nur zusammengesteckt
und verklebt oder verlötet werden müssen.







Vor den Toren Helsinki`s hinter ehemaligen Verteidigungswällen befinden sich noch heute solche Geschütze

zuletzt bearbeitet 09.10.2016 15:16 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#4 von Gelöschtes Mitglied , 07.11.2015 10:01

Wie viele Meter das Schiff nach einen Schuß aus dieser Riesenkanone rückwärts fuhr wussten nur die Personen die dabei waren.

PaKaBo (Panzerkanonenboot) Scorpion



Weil alle Schiffe die gleichen Eigenschaften besaßen,einen flachen Boden sowie den Namen eines Insekts, nannte man sie auch das Insektengeschwader,Wattwanzen oder Schlickrutscher

Alu-Röhrchen mit dickflüssigen Sekundenkleber ummantelt werden als Bullaugenrahmen eingeklebt


Eins der schwierigsten Bauteile war für mich die Anfertigung des Schraubenschutzes.
Er sollte sich symmetrisch um den Heckbereich legen und stabil genug sein nicht beim ersten kleinen Anstoß zu zerbröseln.
Nach einigen, nicht befriedigenden Versuchen bin ich so vorgegangen.
Nach Zeichnung eine Aluplatte ausgesägt,
auf eine Platte geklebt
eine entsprechende Holzleiste gut gewässert und mit einem Lötkolben herumgelegt,dabei immer peu a` peu mit Nägeln gesichert.
die Aluplatte entnehmen und eine Begrenzung aus Leisten um dieses Gebilde bauen.
mit Silikonkautchuk ausgießen.
Nach dem Entformen bleibt eine Form zurück mit der man solche Teile herstellen kann.










Messingstifte durch Vierkantleisten getarnt


Weiter gehts mit Lack
Komplett mit rot als Unterwasserrumpffarbe gespritzt.
Wasserpass wird angezeichnet


Unterwasserrumpf abgeklebt und Wasserpass -weiß- gespritzt


Wasserpass abgeklebt und Überwasserrumpf gespritzt

zuletzt bearbeitet 09.10.2016 15:20 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#5 von plumbum , 08.11.2015 09:41

Hallo Günther,

das passt jetzt ja prima, ich wollte nach dem A62 meine Wespe weiterbauen und bin
ziemlich genau an diesem Punkt ! Ab jetzt bin ich also für alle gezeigten Details
dankbar.


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
__________________________________
Seefahrt ist not!

 
plumbum
Fähnrich zur See
Beiträge: 464
Punkte: 464
Registriert am: 02.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#6 von Gelöschtes Mitglied , 08.11.2015 09:47

Klaro,kein Problem!

Du hast den Rumpf von.....?

zuletzt bearbeitet 08.11.2015 09:47 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#7 von Markgraf , 08.11.2015 10:02

Hallo Günther ,
der Nachbau der Wespe und ihrer Schwesterschiffe kann auch als Fahrmodell erfolgen ,
wenn kein Fertigrumpf verfügbar ist . Reinhold H . hat uns dieses Jahr mit seiner SMS Natter
überrascht , die ein sicheres Fahrmodell geworden ist , wie ich sehen konnte .
Herrlich anzusehen , wenn der keine Wasserfloh durchs Wasser zieht !

http://www.schiffsmodelle-haefner.de/htm...--natter--.html

Der sehr gute Modellplan von Wolfgang Bohlayer hat sehr viele Modellbauer zum Nachbau ermutigt !
Natürlich erleichtert es den Nachbau , wenn dazu noch ein GFK Rumpf erhältlich ist !
Gruss Jürgen


 
Markgraf
Fregatten Kapitän zur See
Beiträge: 1.348
Punkte: 1.348
Registriert am: 03.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#8 von Gelöschtes Mitglied , 08.11.2015 10:04

Ich weiß nicht wie du deinen Decksausschnitt festgelegt hast.
Wenn er meinem ähnlich ist kann ich ich dir dazu raten erst mal die Niedergänge probeweise aufzustellen,sonst könnte es dir so ergehen wie mir als sie plötzlich in der Luft hingen,oder der Deckseinsatz lässt sich nicht abnehmen.

zuletzt bearbeitet 30.03.2017 12:59 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#9 von Markgraf , 08.11.2015 13:30

Reinhold hat mir gerade ein Foto von dem Zugang zum Bootsinneren seiner SMS Natter gegeben ,
bisher keine Probleme mit Wasser im Schiff .


 
Markgraf
Fregatten Kapitän zur See
Beiträge: 1.348
Punkte: 1.348
Registriert am: 03.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#10 von plumbum , 08.11.2015 23:54

Moin zusammen,

ich habe zwei Wespen, beide aus den Wespenprogramm des Forums, die sind dann von Dir Günther denke ich ?

Besonders die Beibootlager und kleinen Geschütze interessieren mich da.

Über Infos und Bilder freue ich mich.


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
__________________________________
Seefahrt ist not!

 
plumbum
Fähnrich zur See
Beiträge: 464
Punkte: 464
Registriert am: 02.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#11 von Gelöschtes Mitglied , 09.11.2015 10:03

Zuerst das noch,wegen der Reihenfolge




Holzdecks haben wir schon besprochen









Der nächste Arbeitsschritt war dann tatsächlich die Anfertigung der Barring.
Sie besteht aus Messing doppel T-Profilen,Maße weiß ich nicht mehr.

Die Querträger reichen durchs Deckshaus hindurch auf die andere Seite.
An ihren Enden ist das T abgefeilt so das sie in die Längsträger hineingesteckt werden können.



Ich habe die T´s etwas länger abgefeilt um eine Befestigungsmöglichkeit für die Davits zu bekommen.


Das die ganze Konstuktion mit kleinen Holzklötzchen unterfüttert ist um Parallelität zu gewährleisten, seht ihr selbst





Wenn alles zusammen gelötet ist werden die Durchbrüche im Deckshaus sauber zugespachtelt,verschliffen und anschließend das überflüssige Material abgesägt.



Zu einem späteren Zeitpunkt.Alle Davits sind vorgefertigt und in ihre Aufnahmen hinein gesteckt



Da ich den Bau der Wespe Bootslager nicht dokumentiert habe müssen wir mit dem der Fürst Bismarck vorlieb nehmen.
Im Prinzip gehe ich immer so vor.
1.Die Barring selbst muß fertig sein damit der Abstand zwischen den einzelnen Querträgern feststeht.
2.Du mußt wissen welche Boote wohin kommen
3.Selbstveraständlich braucht du die entsprechenden Boote

In ein Brettchen säge ich im Abstand der Querträger dünne Schlitze in denen ich dünne Brettchen,mit grob vorgearbeteter Bootsform platziere
Als Abstandshalter zum Querträger werden dünne Leisten untergelegt,

Dann die vorher grob ausgesägten Bootslager mit Spachtel aufgefüllen und das Beiboot hinein gedrückt.

Wenn das Boot vorher gut gewachst wurde bekommst du es auch ohne es zu zerstören wieder herunter.


Anschließend überschüssigen Spachtel abschleifen,Bootsauflagen schwärzen und einscannen.


Mit Fotoprogramm nachzeichnen und aus Messingblech ätzen,oder den Ausdruck auf ein Material deiner Wahl kleben und ausschneiden.

zuletzt bearbeitet 30.03.2017 13:03 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#12 von Boris279 , 09.11.2015 18:29

absolutely very nice done, like the gun, is very nicely done with a lot of detail.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Cernit omnia Deus vindex

 
Boris279
Stabsoberbootsmann
Beiträge: 297
Punkte: 297
Registriert am: 03.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#13 von plumbum , 09.11.2015 20:36

Danke Günther, dann kann ich ja über den Winter langsam loslegen !


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
__________________________________
Seefahrt ist not!

 
plumbum
Fähnrich zur See
Beiträge: 464
Punkte: 464
Registriert am: 02.10.2015


RE: Panzerkanonenboot Wespe

#14 von Gelöschtes Mitglied , 09.11.2015 22:56

Was soll´s denn werden ein Fahr-oder Standmodell?

zuletzt bearbeitet 02.07.2016 09:08 | Top

RE: Panzerkanonenboot Wespe

#15 von plumbum , 10.11.2015 00:20

Natürlich ein Fahrmodell, sonst fährt es ja gar nicht ;)

Liebe Grüße und Guats Nächtle.


Viele Grüße und bis bald mal wieder !

Christoph
__________________________________
Seefahrt ist not!

 
plumbum
Fähnrich zur See
Beiträge: 464
Punkte: 464
Registriert am: 02.10.2015


   

Derfflinger mit Pfahlmast
SMS Brandenburg



Forums-Kino !! Hier klicken !!
Xobor Forum Software © Xobor