Farben und Anstriche

#1 von Gelöschtes Mitglied , 16.10.2015 14:03

Im Schiffsmodellbau kommt immer wieder die Fage auf welche Farben in der kaiserlichen Marine verwendet wurden.
Ich denke das es niemad genau weiß,die Planzeichner machen leider auch keine Angaben dazu.

Die meisten Modellbauer haben sich auf diese Farben geeinigt,einige weichen davon ab wobei aber nicht gesagt ist das sie sich irren.

Für das Unterwasserschiff verwenden wir RAL 3011 Braunrot,für den Überwasserrumpf bei Schiffen im Auslandsdienst wie z.B.dem Ostasiengeschwader, den sogenannten Tropenanstrich,Reinweiß und die Aufbauten RAL 1017 Safrangelb.
Der Wasserpass wird Graphitgrau RAL 7026.



Schiffe im Innland werden Unterwasser ebenfalls Braunrot,der Wasserpass Graphitgrau der Rumpf bis zum Oberdeck RAL 7000 Fehgrau, die Aufbauten Silbergrau RAL 7001,

Bei Schiffen deren Unterwasserrumpf mit Muntzmetall beschlagen war sind die Meinungen geteilt.Muntzmetall war/oder ist eine Kupfer - Zink Legierung mit goldähnlicher Farbe.
Es ist sehr schwer eine geeignete Farbe im Handel zu bekommen.
Vor ein paar Jahren baute ich ein Modell das ebenfalls einen solchen UnterwasserRumpf bekommen sollte.Mangels Angebot im Handel mußte ich auf die Automobilindustrie ausweichen.


So sieht mein Modell aus


Im Moment arbeite ich an einem Modell das ebenfalls einen Rumpf mit Muntzmetallbeschlag hatte.
Dazu kam im anderen Forum eine lange Diskusion auf,wie die Farbe denn tatsächlich aussah.
Wir haben Messingbleche in Salzwasser gestellt um das rauszufinden.

Der Teil der permanent im Wasser lag war heller als der der aus dem Wasser herausragte.
Meine Schlußfolgerug daraus ist die das der obere Teil mit Spritzwasser benetzt und in Verbindung mit Sauerstoff deshalb mehr oxydierte und deshalb dunkler wurde

hier ein Originalfoto der Fürst Bismark


Und so sieht das Blech aus das im Salzwasser lag.


Die Farbe für den Rumpf habe ich mir in einer Autolackiererei zusammenstellen lassen


Im übrigen suche ich noch jemand der mir den Wasserpass macht.(selbst Airbrusher trauen sich nicht)

zuletzt bearbeitet 13.11.2015 17:40 | Top

RE: Farben und Anstriche

#2 von suehneprinz , 23.10.2015 11:46

Um jetzt noch einen Schritt weiter zu gehen... Es gab doch eine Zeit in der die kaiserlichen mit schwarzem Rumpf daher kamen. Bis wann war das und wie sieht in diesem Fall dann das Farbschema aus? Ich meinte irgendwo im Netz dazu schon mal was gelesen zu haben ich finde es blos nicht mehr... Weis das jemand? Leider habe ich auch keinen Gröner zu Hause liegen (shame on me ) da wird es bestimmt drin stehen, oder?

Gab es noch weitere "Epochen" der kaiserlichen Marine mit anderen Farbschematas?

Schöne Grüße


suehneprinz


 
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RE: Farben und Anstriche

#3 von Markgraf , 23.10.2015 14:07

Da steht im Gröner : Farbe nach 1895 Schiffboden " dunkelgrau " , jedoch ab 1910 nur
noch 1 m unter die CWL , darunter " rot " der Schiffboden !



Auch die Modelle im Museum zeigen dies Farbschema :


 
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RE: Farben und Anstriche

#4 von suehneprinz , 23.10.2015 16:02

Hallo Jürgen,
ich dachte da an Schiffe wie zum Beispiel S.M.S. Beowulf vor dem Umbau 1900 und S.M.S. Irene vor dem Umbau 1890 und vor ihrem Einsatz im Ostasiengeschwader 1894. Auf Bildern der Beowulf von Ulrich Sundermann vom Arbeitskreis historischer Schiffbau sieht es so aus, das der Rumpf schwarz war und die Deckshäuser/aufbauten weiss. Die drei 24cm Geschütze würde ich jetzt mal von der Farbgebung auch so in Richtung Safrangelb sehen wie es auch beim Auslandsanstrich verwendet werden kann. Das Unterwasserschiff so wie von Fuzzy genannt RAL 3011 Braunrot. Kann das hinkommen? Bis wann galt wohl diese Farbgebung? Ab wann wurde auf "Grau" gewechselt? 1900 vielleicht?

Schöne Grüße


suehneprinz


 
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RE: Farben und Anstriche

#5 von Fuzzy , 23.10.2015 16:35

Gelb-Weiß mindestens bis 1905,ich habe eine datierte Postkarte eines Kanonenbootes der Panther-Klasse.




Erst bekieken wi iremol,dunn ledding wi gar nix,dunn warden wi al ofkieken

 
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RE: Farben und Anstriche

#6 von Markgraf , 24.10.2015 10:02

Hallo Sühneprinz ,
ich habe sehr viele Bilder von den alten Linienschiffen , die anfangs dunkelgrauen Rumpf Anstrich hatten .
Ab dem Umbau der Masten sehe ich , dass nur noch ein dunkler Streifen in der Wasserlinie ist , darunter
anscheinend der rotbraune Schiffsboden . Meinem alten SMS Kaiser Barbarossa habe ich daher in der
dunkelgrauen Farbe den Schiffsboden bemalt , auch wenn viele Kollegen meinen , dass das nicht schön
aussieht . Inzwischen bin ich aber überzeugt , dass dunkelgrau die richtige Schiffsbodenfarbe ist .


 
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RE: Farben und Anstriche

#7 von Markgraf , 28.11.2015 17:38

Farbtafel Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven :


 
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RE: Farben und Anstriche

#8 von Leipzig , 01.12.2015 09:36

Ab 1871 galt ursprünglich der international übliche, als viktorianisch bezeichnete Anstrich mit schwarzem Rumpf und gelben Aufbauten (in einigen anderen Marinen, z. B. Österreich-Ungarn, waren die Aufbauten dazu weiß und nur die Schornsteine gelb). Offiziell 1895 wurde ein blaugrauer Anstrich über alles eingeführt, der schon 1896 durch den von Fuzzy beschriebenen, bis 1945 maßgeblichen Anstrich mit mittelgrauem Rumpf und hellgrauen Aufbauten ersetzt wurde. Diese offiziellen Daten entsprechen aber nicht unbedingt der Realität, die "Brandenburg" z. B. wurde schon 1894 mit blaugrauem Anstrich in Dienst gestellt.

Der Auslandsanstrich war ursprünglich weiß-grau (weißer Rumpf, hellgraue Aufbauten) und wurde offiziell 1900 in weiß-gelb geändert, 1910 wurde er abgeschafft (im Ausland befindliche Schiffe wurden aber teilweise erst 1912 auf grau umgestrichen).

Zum Unterwasserschiff gibt Groener an, wie von Markgraf angeführt, dass er bis 1910 dunkelgrau gewesen und erst danach auf rotbraun mit dunkelgrauem Wasserpass geändert worden sei. Ich habe allerdings Zweifel, ob es nicht auch schon vor 1910 Schiffe mit rotbraunem Anstrich gegeben hat. Ein anderer, unklarer Punkt ist, ob zum Auslandsanstrich mit dem weißen Rumpf ein Wasserpass geführt wurde und wenn ja, in welcher Farbe. Es gibt Dockaufnahmen von Schiffen im Auslandsanstich eindeutig ohne Wasserpass (so wie Herr Huff das bei seiner "Emden" im Auslandsanstrich dargestellt hat), aber auch Fotos, die recht klar einen Wasserpass zeigen. Da gab es offenbar unterschiedliche Praktiken.

Gruß
Leipzig

 
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Folien-Klebebänder-Beschriftungen

#9 von Gelöschtes Mitglied , 02.02.2017 11:42

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RE: Folien-Klebebänder-Beschriftungen

#10 von SMY , 02.02.2017 14:09

www.selbstklebefolien.com/

Folie dieses Anbieters verwende ich derzeit, um nachträglich abschnittsweise "Linoleumplatten" auf einem bereits lackierten ARTR-Modell zu verlegen. Man kann kostenlos kleine Probeexemplare bestellen.

 
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RE:Wasserstandsmarken am Rumpf

#11 von s142 , 03.07.2017 23:39

Tach auch

Hier mal eine Adresse ( LinK)für Decals

http://decals.guenstigergeht.net/1-100-D...Schiffsmodelle/

MfG
Chris

 
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zuletzt bearbeitet 10.08.2017 | Top

RE:Wasserstandsmarken am Rumpf

#12 von I.W.O. , 04.07.2017 12:28

Hallo zusammen.

Tiefgangs Marken (Amings)wäre der richtige Ausdruck aber Egal.
Bei der Anbringung ist zu bedenken das an einer Seite - St.B. in Dezimal (Zahlenhöhe 100 mm
An B.B. Seite in Fuß gemessen wird. Hier sind die Zahlen 150 mm Hoch.
So habe ich es einmal gelernt, ich hoffe es ist Heute noch genauso.


Gruß
Ferdinand


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RE:Wasserstandsmarken am Rumpf

#13 von Gelöschtes Mitglied , 04.07.2017 12:37

Weißt du warum unterschiedliche Maße dran sind?

zuletzt bearbeitet 04.07.2017 13:22 | Top

RE:Wasserstandsmarken am Rumpf

#14 von I.W.O. , 04.07.2017 13:13

Hallo Günther.

Da im 19. Jahrhundert fast alles in Zoll, Fuß oder Inch gerechnet wurde, ging man allmählich zur
Dezimalrechnung über. Die Franzosen haben sich strikt geweigert Englische Maßangaben zu übernehmen.
SM , KN, Faden alles wurde in Englische Maße angegeben. Selbst zu Hause findet man sehr vieles in Engl. Maßeinteilung
Wasserhähne,Rohrleitungen, Verschraubungen usw. in der Hydraulik war die Firma Rexrot die einzige in DE die alles auf
Dezimal umgestellt hatten. Schlimm wurde es wenn manche Hydraulikteile aus USA kamen, die hatten wieder was anderes.
NPTF, UNPT - Gewinde und dann noch konisch. Ganz ausschließen wird man dies nicht können, ein Rest bleibt immer.
So ändert sich eben Vieles.

Ferdinand


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RE:Wasserstandsmarken am Rumpf

#15 von Peter Lienau ( gelöscht ) , 04.07.2017 15:33

Hallo,

beim Reichmarineamt gab es die Allgemeinen Baubestimmungen. Dir Nr. 29 befaßt sich mit den Ahmings.

Damals blieb man metrisch.

Ich hänge die Datei mal dran.

VG
Peter.

[[File:RMA ABB Nr 29 Ahmings.pdf]]

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RMA ABB Nr 29 Ahmings.pdf
Peter Lienau

   

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